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Immer am Main entlang

(pia) Ruhig fließt der Main im Schein der aufgehenden Sonne dahin. Noch liegt das Sachsenhäuser Ufer im Schatten, an den Tischen des gegenüber liegenden Mainkaicafés genießen erste Besucher die morgendlichen Sonnenstrahlen. Ein perfekter Ort, um gestärkt nach einem Frühstück eine Radtour am Main zu beginnen. Denn das „Guten Morgen Frühstück“ hier gibt auch dem letzten Langschläfer Kraft, um ordentlich in die Pedale zu treten.

START

Start der 25 Kilometer langen Tour ist der Eiserne Steg. Hier geht es von „hibdebach“ nach „dribdebach“, von der Frankfurter Altstadt ins gegenüberliegende Sachsenhausen. Direkt am neugotischen Treppenabgang liegt der „Mainstrand.“ Unter Platanen findet man schattige Plätze auf Holzbänken, auf der Terrasse laden gemütliche Sofas zum Entspannen mit Mainblick ein, und im Inneren des Brückenkopfs befindet sich eine schicke Bar.

  • Geheimtipp: Ab 25 Euro gibt es hier verschiedene Picknickkörbe wie zum Beispiel den „Frankfurter Korb“ für vier Personen, den „Korb Zweisamkeit“ oder den „Freundeskreis Korb“ für sechs Personen (Vorbestellung zwei Tage vorher erforderlich).

Der Westhafen heute - aus der Luft
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Mit dem Museumsufer zur Linken und der Skyline zur Rechten geht es nun Richtung Höchst, vorbei an den Mainwiesen, die um diese Zeit noch wie ausgestorben daliegen. Kurz hinter dem Holbeinsteg lohnt sich ein kurzer Stopp. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf den ehemaligen Westhafen – jetzt ein neues Stadtquartier mit rund 850 Wohnungen. In der Glasfassade des Westhafen Tower bricht sich das morgendliche Sonnenlicht. Erste Ruderer steigen am Ufer in ihre Boote, um ihr Training auf dem Fluss zu beginnen.

Wem jetzt auch nach einem Zwischenstopp ist, bekommt Gelegenheit dazu: Denn das Licht- und Luftbad zwischen Friedensbrücke und Niederrad ist täglich ab neun Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Um 1900 errichtete die Stadt Frankfurt an dieser Stelle ein großzügig gestaltetes Strandbad, eine Oase inmitten der Großstadthektik. Denn bis 1938 war das Baden im Main noch erlaubt. Heute findet man hier viel Platz zum Picknicken und kann dabei auf die verträumten und völlig zugewachsenen Boote blicken. Eine erfrischende Abkühlung gibts beim Cafe Ponton LiLu, natürlich passend zu diesem außergewöhnlichen Ort in Schiffsform. Der Eingang ist in Höhe des Wasser- und Schifffahrtsamtes.

Griesheimer Schleuse, © PIA Stadt Frankfurt am Main, Foto: Jana Kremin
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Nach etwa sieben Kilometern passiert man auf dem Weg nach Höchst die Griesheimer Schleuse. Wer die vielen Stufen nach oben steigt, kann den wunderbaren Blick über Griesheim mit der Frankfurter Skyline im Rücken genießen. Die Schleuse bietet auch einen guten Übergang zum Höchster Ufer. Von hier aus erreicht man nach ein paar Minuten die Altstadt.

Ein besonderes Highlight direkt am Mainufer ist die Alte Schiffsmeldestelle. Hier laden Liegestühle am Wasser zum Verweilen ein. Vorbeifahrende Schiffe wie „Mareille“ oder „Theresa“ scheinen zum Greifen nah. Sonnencreme und Mückenschutz vergessen? Macht gar nichts, denn im Strandcafe hat man an alles gedacht. Wenn dann bei Einbruch der Dunkelheit die Fackeln angezündet werden, fühlt man sich wie im Urlaub.

Wörther Spitze,  © PIA Stadt Frankfurt am Main, Foto: Jana Kremin
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  • Geheimtipp: Die Wörthspitze zwischen Main und Nidda: Hier kann man es sich mit Blick auf Schlossturm, Stadtmauer, Justinuskirche, Mainmühle und Bolongaropalast auf einer Decke bequem machen und entspannen.

Hinter der Alten Schiffsmeldestelle führt ein Weg hoch in die Höchster Altstadt. Kleine verwinkelten Gässchen und der Schloßplatz mit seinen gemütlichen Kneipen mit Blick auf Zollturm und Maintor sind eine schöne Unterbrechung der Tour. Einen Abstecher wert ist der Bolongarogarten, eine hübsche Gartenanlage im Herzen von Höchst. Mit seinen Skulpturen und dem Wasser speienden Neptunbrunnen bestückt, erstreckt sich der Park über zwei weite Terrassen hinunter zum Main.

  • Geheimtipp: Eine Besonderheit ist der kleine, weitgehend naturbelassene Kräuter- und Blumengarten, der zur Justinuskirche gehört. Seine Öffnungszeiten sind zwischen April und Ende Oktober immer dann, wenn auch die Justinuskirche offen ist.

Pärchen am Main, © PIA Stadt Frankfurt am Main. Foto: Jana Kremin
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RÜCKWEG

Mit der Altstadt im Rücken geht es zurück in Richtung Frankfurter Innenstadt. Das Höchster Mainufer bietet vor allem eins: Einen Blick auf Frankfurts Industriekultur. Schon kurz hinter Höchst wird der grüne Radweg unterbrochen und führt direkt am Industriepark mit dem Kohlekraftwerk, den Rohren und Pipelines vorbei.

  • Geheimtipp: Wen Industriekultur interessiert, der sollte einen Stopp am Orange Beach zwischen Galluswarte und Westhafen einlegen. Die Trinkhalle mit kleinem Sandstrand unter einer Eisenbahnbrücke hat mittlerweile viele Stammkunden. Und mit etwas Glück gibt’s mittags deftige Hausmannskost vom Inhaber.

An der Niederräder Brücke endet dann der Weg am Main entlang. Quer über ein verlassendes Fabrikgelände geht es hoch zur Gutleutstraße - vorbei am Briefzentrum der Post und den südhessischen Asphaltmischwerken gelangt man erst am Westhafen wieder ans Wasser. Geparkt werden hier nicht bloß Autos in Tiefgaragen – wie es sich für ein maritimes Viertel gehört, liegen an eigenen Anlegestellen auch die Yachten der Anwohner. Einen Kontrast zum neuen Westhafen-Quartier mit seinen glatten Fassaden bildet das ehemalige Druckwasserwerk am Ende des Neubaugebiets. Umgebaut zu einem Restaurant, aber in seinen Grundzügen erhalten, steht der gedrungene Backsteinbau mit seinen wuchtigen Türmen als letzter Zeuge der Industrialisierung unter der Eisenbahnbrücke. In der Mitte des hohen Gastraums hängt immer noch der Kran mit seinen alten Schienen und Ketten.

  • Geheimtipp: Einen guten Blick auf das Becken des Westhafens und die vorbeituckernden Kähne hat man von der „Frankfurter Botschaft“ aus. Von den Liegestühlen am Ufer aus schaut man direkt auf die Yachten – maritimes Flair mitten in der Stadt.

Das 'Meral'am Mainufer vor dem Deutschen Filmmuseum, © PIA Stadt Frankfurt am Main
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Endziel der Route ist das Sachsenhäuser Ufer. Auf einer Länge von gut zwei Kilometern flanieren hier täglich die Frankfurter. Die meisten landen früher oder später in einer der vielen Bars, die sich in den vergangenen Jahren unmittelbar am Wasser etabliert haben. Andere lassen sich mit Decken und Picknickkörben am Ufer nieder. Das Maincafé beim Städel Museum und das Strandcafé bieten nicht nur Liegestühle, Bierbänke und spritzige Getränke, sondern auch einen guten Blick über den Main auf das Frankfurter Nizza und die Skyline. Etwas weiter in Richtung Florentinisches Viertel ist Merals Imbiss-Boot „Istanbul“ vor Anker gegangen. Bei Sonnenschein bevölkern Anzugträger, pausierende Radfahrer und Studenten die Wiese vor dem Kahn, und nahezu jeder verspeist einen von Merals Dönern.

Am Tiefkai unterhalb der Jugendherberge liegt vor der Maininsel ein anderes Restaurantboot: der „Yachtclub“. Am Sonntagnachmittag wird hier selbstgebackener Kuchen serviert und regelmäßig legen stadtbekannte Dj´s ihre Scheiben auf, die den alten Holzfußboden des Bootes zum Schwingen bringen. Wer es lieber gutbürgerlich statt mediterran mag, sollte noch ein Stückchen weiter in Richtung Gerbermühle fahren. Von der Terrasse der ehemaligen Sommerresidenz der Familie Willemer aus hat man einen wunderbaren Blick auf Frankfurts Skyline, hinter der zu dieser Abendstunde die Sonne versinkt.

  • Geheimtipp: Unterhalb des Florentinischen Viertels liegt die Barca, das Barboot des Restaurant Biancalani. Bei kühlen Drinks hat man nicht nur einen wunderbaren Blick auf die Skyline – der Wiesenabschnitt hat zudem noch am längsten die Sonne auf seiner Seite. Für einen Aufpreis wird der Tisch ans Ufer hinuntergetragen, damit einem romantischen Dinner nichts mehr im Wege steht.